Kuhstapfen

Ein junger Lokalreporter, der von einem Leben als Schauspieler träumt, steckt zwischen seinem dominanten Vater, einer grotesken Dorfwelt und seiner lähmenden Angst vor KÃŧhen fest – bis ausgerechnet eine Kuh ihn zwingt, sich seiner eigenen Passivität zu stellen.

Logline


my Department: Editing, Production Assisstance

Location: Hesse & BaWÃŧ / Germany

Format: Short Film

Genre: Dramedy / TragikomÃļdie

Instagram & Produktionsinformation

Production: 2bScene & Seven Million Productions

Producer: Sophie Marie Fitzgerald, Moritz Middendorf

Director: Moritz Middendorf

Camera: Marek Nanz

Year of Production: 2026


Kuhstapfen war das gemeinsame Bachelorprojekt von Midde, Marek und mir und damit zugleich der Abschluss unseres Filmstudiums. Von Beginn an war klar, dass wir keinen kleinen, rein funktionalen Abschlussfilm drehen wollten, sondern ein Projekt, das in seiner GrÃļße, seinem Ton und seiner Produktionsweise noch einmal deutlich Ãŧber viele unserer bisherigen Arbeiten hinausgeht. Aus einer zunächst vergleichsweise Ãŧberschaubaren Geschichte entwickelte sich deshalb eine ungewÃļhnlich große Produktion, die fÃŧr unseren Studiengang in mehreren Bereichen neue Maßstäbe setzte.

Das Drehbuch verbindet trockenen Humor, Dorfgroteske und eine eher leise Coming-of-Age-Geschichte. Im Mittelpunkt steht Paul, ein junger Lokalreporter, der zwischen den Erwartungen seines Vaters, seinem eigenen Schauspielwunsch und einer zunehmend absurden Dorfwelt feststeckt. Viele der entscheidenden Momente funktionieren weniger Ãŧber große Handlung als Ãŧber Blicke, Pausen, Reaktionen und kleine Verschiebungen innerhalb der Figuren. Genau diese Mischung aus Komik und Melancholie machte den Film fÃŧr uns besonders interessant, stellte aber gleichzeitig hohe Anforderungen an Regie, Schauspiel und später auch an den Schnitt.

Produktionell wurde Kuhstapfen schnell deutlich grÃļßer, als wir es zu Beginn erwartet hatten. Besonders unser zentrales Event entwickelte sich zu einem Set mit insgesamt rund 120 Beteiligten – eine GrÃļßenordnung, die innerhalb unseres Studiengangs bis dahin außergewÃļhnlich war. Neben Cast und Crew mussten zahlreiche Komparsinnen und Komparsen, Fahrzeuge, Technik, Ausstattung und die Abläufe eines sehr großen Drehtags koordiniert werden. Gerade fÃŧr eine studentische Produktion war dieser Umfang enorm und machte das Projekt zeitweise eher mit einem kleinen professionellen Set als mit einem klassischen Hochschuldreh vergleichbar.

Auch außerhalb der eigentlichen Produktion entwickelte der Film eine ungewÃļhnliche Eigendynamik. Bereits während der Entstehung erhielt Kuhstapfen vergleichsweise große mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Zeitungen berichteten Ãŧber das Projekt, zusätzlich wurde der Dreh von einer Fernsehreportage begleitet. FÃŧr einen studentischen Bachelorfilm war diese Öffentlichkeit etwas Besonderes und sorgte dafÃŧr, dass das Projekt schon vor seiner Fertigstellung weit Ãŧber unseren eigenen Studiengang hinaus wahrgenommen wurde.

FÃŧr mich persÃļnlich war Kuhstapfen vor allem deshalb besonders, weil hier mehrere Jahre Filmstudium in einem einzigen Projekt zusammenliefen. Ich war nicht nur an der Entwicklung und Produktion beteiligt, sondern verantwortete als Editor auch einen zentralen Teil der späteren filmischen Form. Gerade bei einem Film, dessen Hauptfigur so viel Ãŧber ZÃļgern, Beobachten und Nicht-Aussprechen erzählt, wurde der Schnitt zu einem entscheidenden Teil der Figurenarbeit. Wann Pauls Blick stehen bleibt, wann eine komische Situation ausgespielt wird und wann ein Moment frÃŧher verlassen werden muss, beeinflusst unmittelbar, ob der Film grotesk, melancholisch oder emotional funktioniert.

NatÃŧrlich verlief eine Produktion dieser GrÃļßenordnung nicht ohne Schwierigkeiten. Der organisatorische Aufwand, die Zahl der Beteiligten und unser eigener Anspruch fÃŧhrten immer wieder zu Situationen, in denen improvisiert, neu gedacht oder unter erheblichem Zeitdruck entschieden werden musste. Gerade deshalb wurde Kuhstapfen fÃŧr Midde, Marek und mich zu einem sehr passenden Abschluss unseres Studiums: ein Film, der ambitionierter, grÃļßer und stellenweise chaotischer wurde als ursprÃŧnglich geplant, uns aber gleichzeitig noch einmal gezwungen hat, alles zusammenzufÃŧhren, was wir in den Jahren zuvor Ãŧber Filmproduktion gelernt hatten.

Film Stills

Behind the Scenes